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Zum runden Geburtstag die DLR-Schwerelosigkeit hautnah und in Echtzeit miterleben
#1
30. DLR-Parabelflugkampagne vom 11. bis 15. September 2017 in Bordeaux

97 Flugtage, 3.270 Parabeln und knapp 19 Stunden Schwerelosigkeit - das ist die Bilanz von 29 Parabelflugkampagnen des Raumfahrtmanagements im Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR). Auf diesen Flügen waren in 18 Jahren insgesamt 477 Experimente an Bord, die wichtige biologische, medizinische und physikalische Fragen beantwortet haben. Vielen Nachwuchswissenschaftlern bescherten sie unerlässliche Daten für ihre Forschung - und letztendlich ihre Master- oder Doktorarbeit. Ebenso standen viele technologische Tests auf dem Programm. Experimenteinrichtungen wurden für ihren Einsatz im Weltraum zum Beispiel auf der Internationalen Raumstation ISS erprobt. Am 12. September 2017 bricht der Airbus A310 ZERO-G der französischen Firma Novespace nun von seinem Heimatflughafen Bordeaux zur DLR-Jubiläumskampagne auf. Das DLR berichtet zum ersten Mal an zwei Tagen über die Social Media-Kanäle Twitter, Facebook, Instagram und unter dem Hashtag #DLRparabelflug von Bord und am Boden.
"Die 30. DLR-Parabelflugkampagne wird etwas Neues beinhalten. Zum ersten Mal, seitdem wir Kampagnen veranstalten, kann jeder von zuhause an zwei Flugtagen mit dabei sein, also vom Computer, Tablet oder Handy die Kampagne mitverfolgen und die Begeisterung der Wissenschaftler spüren", freut sich Dr. Katrin Stang, die beim DLR Raumfahrtmanagement für das Parabelflugprogramm verantwortlich ist. GoPro-Kameraaufnahmen nehmen das Publikum während des Flugs mit in den ZERO-G. Über das Flightradar (Kennung F-WNOV)  lässt sich die Route der Maschine genau und in Echtzeit nachvollziehen. In der flugfreien Zeit erklären die Piloten in Video-Interviews, wie Parabelflüge funktionieren, und Wissenschaftler erklären ihre Forschung und Experimente. Warum es dieses Programm gibt und welche Ziele hier verfolgt werden, wird Katrin Stang erläutern. Außerdem stellen die Wissenschaftler in kurzen Videos ihr Experiment am Boden und in der Schwerelosigkeit vor.
Zum ersten Mal die Schwerelosigkeit spüren
Hier kann man auch die Begeisterung von Wissenschaftlern spüren, die noch nie zuvor auf einem Parabelflug dabei waren. "Ich bin schon sehr gespannt, wie sich Schwerelosigkeit anfühlt. Ich denke mir, das ist wie in der Achterbahn mit einem etwas größeren Looping. Aber so richtig kann ich mir das Gefühl noch nicht vorstellen, aber das ist ja auch der Reiz an der Sache. Ich freue mich schon sehr auf meinen ersten Flug", sagt Prof. Jens Günster von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Auch für sein Experiment (siehe Infokasten) erhofft er sich von den Versuchen in Schwerelosigkeit viel: "Wir testen hier, ob man Bauteile in Schwerelosigkeit auch über pulverbasierte Fertigungsverfahren herstellen kann. Wir hoffen, dass wir eine Entwicklung anstoßen können, die den Einsatz des Verfahrens für die Raumfahrt etabliert und wir damit an der Spitze der Technologieentwicklung für diesen Bereich stehen."
Zum letzten Mal an Bord
Doch nicht nur Vorfreude ist bei dieser Jubiläumskampagne mit an Bord. Es liegt auch ein bisschen Wehmut in der Luft: "Wir fliegen unser Experiment nun zum letzten Mal. Es war Teil einer langen und erfolgreichen Serie zur Verarbeitung der räumlichen Orientierung des Menschen in der Schwerelosigkeit. Wir haben dabei viel darüber gelernt, wie für einen Menschen oben und unten definiert sind, wenn plötzlich die Schwerkraft wegfällt. Dies liefert uns neue Erkenntnisse für ein spezifischeres Training von Astronauten - und hat zum Beispiel auch einen Nutzen für den Menschen in veränderten Lagebedingungen auf der Erde wie zum Beispiel für einen Automechaniker unter dem Auto", resümiert Nils-Alexander Bury von der Deutschen Sporthochschule Köln. Für den Diplom-Sportwissenschaftler, der mit dem Projekt auch Teile seiner Doktorarbeit gestellt hat, die er in Kürze abschließen wird, sind es somit erst einmal die letzten Parabelflugtage. "Ich war mit meiner Teilnahme an sechs Parabelflugkampagnen ein echter Vielflieger. Daher werde ich das Gefühl der Schwerelosigkeit erst einmal vermissen, aber ich hoffe, auch in Zukunft unter Weltraumbedingungen forschen zu können."
Für ihn mag erst einmal mit dem Parabelfliegen Schluss sein, doch für Katrin Stang geht es auch nach der 30. Kampagne mit spannenden Experimenten weiter: "Wir haben in den nächsten Jahren noch viel vor. Es gibt noch unzählige wissenschaftliche Fragestellungen, auf die wir nur eine Antwort finden, wenn wir auf Parabelflügen die Schwerkraft überwinden." Die Vorteile der Parabelflüge als Fluggelegenheit für Forschung unter Schwerelosigkeit liegen dabei auf der Hand: die Plattform ist zuverlässig, bietet die Chance, ein Experiment relativ schnell zur Umsetzung zu bringen, und der Forscher, der sein Experiment selbst baut, kann während des Fluges dabei sein und es selbst steuern.

Video:

http://www.dlr.de/dlr/presse/Portaldata/...00x320.mp4

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
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  • Frank Krause
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