Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
7,1 Prozent weniger Flüge im deutschen Luftraum
#1
Langen, 5. März 2010
Mit einem Rückgang des Flugverkehrsaufkommens um 7,1 Prozent im vergangenen Jahr erlebte die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH den bisher größten Einbruch in ihrer Geschichte. 2009 haben die DFS-Fluglotsen insgesamt 2,93 Millionen Flugbewegungen kontrolliert. Dies gab die DFS heute in einer Pressekonferenz bekannt. Schwerpunkt des
FS-Mobilitätsberichts ist das Thema "Billig-Airlines". Diese auch "Low-Cost-Carrier" genannten Fluggesellschaften traf die Wirtschaftskrise nämlich nicht annähernd so hart. Hier konnte ein Rückgang von lediglich 1,7 Prozent verzeichnet werden, während das Minus bei allen übrigen Fluggesellschaften 8,8 Prozent betrug. Erstmals ist der Anteil der Billigflieger am Flugverkehr in Deutschland auf mehr als ein Viertel gestiegen.

Die allgemeine Finanz- und Wirtschaftskrise machte sich bei der Luftfracht am deutlichsten bemerkbar. Um 6,1 Prozent ging der Luftfrachttransport in Deutschland 2009 zurück, das ist die bisher am stärksten zu verzeichnende Abnahme. Die Zahl der Flugpassagiere sank um 4,5 Prozent in Deutschland, auch das ein Rekord-Minus.

Ein erfreuliches Ergebnis gab es bei den Luftfahrzeugannäherungen - das sind die Vorkommnisse, die von Piloten oder Lotsen als sicherheitsrelevant gemeldet werden. Jede einzelne von ihnen wird von einer unabhängigen Expertengruppe, der Aircraft Proximity Evaluation Group oder kurz APEG genannt, bewertet. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt sieben Annäherungen registriert. Drei Vorkommnisse_stufte die APEG in die Kategorie B, "Sicherheit nicht gewährleistet", ein. Vier Vorkommnisse wurden in die Kategorie A "Unmittelbare Kollisionsgefahr" eingestuft. "Sieben Vorfälle bei knapp drei Millionen Flugbewegungen — das ist ein Spitzenwert", so DFS-Chef Dieter Kaden. 1975 wurden noch 210 Luftfahrzeugannäherungen der Kategorien A und B gezählt. Seit 2003 liegt die Zahl der Annäherungen im einstelligen Bereich, obwohl sich die Zahl der Flugbewegungen im Vergleich zu 1975 vervierfacht hat. „Kein einziger der sieben Fälle aus dem Jahr 2009 wurde von der DFS verursacht", lobte Kaden, „das gab es bislang nur einmal, im Jahr 2005."

Auch bei den sogenannten Staffelungsunterschreitungen konnte die DFS einen erfreulichen Rückgang verzeichnen. Jede Abweichung von den bewusst groß gewählten Sicherheitsabständen zwischen den Flugzeugen, und sei sie auch noch so gering, wird erfasst und systematisch untersucht. 258 dieser Abweichungen wurden 2009 registriert, von denen 176 von der DFS verursacht wurden. Das sind 84 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang von nahezu einem Drittel. Nur 64 Staffelungsunterschreitungen fielen in die Kategorien „signifikant" oder „sehr signifikant". Das bedeutet, die DFS hatte einen großen beziehungsweise sehr großen Anteil an ihrem Zustandekommen. Auch dieser Wert ist gesunken, denn 2008 fielen noch 96 Staffelungsunterschreitungen in diese beiden Kategorien.

An den 16 internationalen Flughäfen in Deutschland erteilen die Fluglotsen die Start- und Landefreigaben und kontrollieren den Verkehr auf den Rollwegen. Und auch dort wird jeder noch so kleine Verstoß erfasst, unabhängig davon, ob tatsächlich eine Gefahr bestand oder nicht. 85 sogenannte Runway Incursions wurden im Jahr 2009 registriert — 18 weniger als im Vorjahr. Runway Incursions werden die Fälle genannt, wenn sich zum Beispiel ein Flugzeug im Landeanflug befindet und ein Follow-me-Fahrzeug versehentlich auf die Landebahn rollt.

2009 erreichten 94 Prozent aller Flüge ohne flugsicherungsbedingte
Verzögerung ihr Ziel. „Angesichts der sinkenden Verkehrszahlen hätte ich mir einen noch besseren Wert gewünscht", betonte Kaden „aber wir riskieren lieber schlechtere Pünktlichkeitswerte, als dass wir bei der Sicherheit Abstriche machen." Die Gründe für die Verspätungen liegen in der Einführung neuer technischer Systeme und Verfahren sowie an der Umsetzung verschiedener Projekte und Umstrukturierungen. Hierfür ist ein enormer personeller Aufwand notwendig. So steht beispielsweise gegen Ende des Jahres in der Kontrollzentrale Karlsruhe die Einführung eines hochmodernen, in der Welt einzigartigen Betriebssystems bevor. Daher kann es möglicherweise auch in diesem Jahr punktuell zu Engpässen im Flugverkehr kommen.

Die DFS wird auch in den nächsten Jahren verstärkt Auszubildende für den Beruf des Fluglotsen einstellen. Um die jährlich etwa 150 Ausbildungsplätze zu besetzen, wird weiterhin verstärkt Nachwuchswerbung betrieben.

Pressemitteilung Deutsche Flugsicherung GmbH
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen...
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Terrorbekämpfung und der Gefahrenabwehr nehmen auch im Luftverkehr ständig zu Pressedienst 0 3.203 02.02.2017, 18:12
Letzter Beitrag: Pressedienst
  London City Airport übertrifft eigenen Passagierrekord Pressedienst 0 2.778 14.01.2016, 16:17
Letzter Beitrag: Pressedienst
  Taskforce: Tagung zur Tauglichkeit von Piloten Pressedienst 0 2.880 22.04.2015, 10:03
Letzter Beitrag: Pressedienst
  Immer weniger Menschen von Fluglärm betroffen Pressedienst 1 3.678 16.01.2015, 12:19
Letzter Beitrag: Tristar 500
  Flughafen Sylt: Die 5€-Fluggastabgabe ist vom Tisch (Link zum SHZ) GWT-Spotter 0 3.827 22.03.2014, 18:27
Letzter Beitrag: GWT-Spotter
  Flughafen Kassel-Calden begrüßt ersten Zusatzflug der Germania nach Mallorca Pressedienst 0 4.537 16.05.2013, 20:44
Letzter Beitrag: Pressedienst
  Neue Kommission erarbeitet Entwicklungsplan ‚Luftverkehr für Deutschland‘ Pressedienst 0 4.428 26.11.2012, 15:46
Letzter Beitrag: Pressedienst
  BER - Siegloch: „Sicherheit geht immer vor!“ Pressedienst 0 4.557 08.05.2012, 15:06
Letzter Beitrag: Pressedienst

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste