Autopilot Wann er fliegt und wie – und wann nicht


  • Er unterstützt Flugkapitän und Copilot im Cockpit: der Autopilot. Doch Technik wird niemals den Piloten im Cockpit ersetzen können. „Der Autopilot kann mit Einschränkungen das Flugzeug im Prinzip fast wie ein Pilot steuern und das besonders auf langen Strecken, weil er nicht müde wird, aber der Autopilot kann nichts ohne die Vorgaben und Befehle des Menschen im Cockpit", erklärt Lufthansa-Flugkapitän und Technischer Pilot Airbus A380, Ingo Meyerdierks. Tatsächlich ist der Autopilot nichts anderes als ein technischer Befehlsempfänger, der im Zusammenspiel mit den Bordcomputern präzise das ausführt, was die Piloten ihm vorgeben. Das aber nur in der Luft.


    Am Boden kann der „Steuerungsautomat“ – wie er in fachlichem Deutsch heißt – nicht genutzt werden. Alle Rollbewegungen werden von Hand des Piloten gesteuert. Das gilt auch für den Start, denn es gibt bis heute kein System, das ein automatisches Abheben eines Flugzeugs bewirken kann. Erst in der Luft schaltet der Pilot den Autopiloten ein. Dies kann unmittelbar nach dem Abheben geschehen, meistens aktivieren die Piloten den Automaten in einer Höhe von 1500 bis 2000 Meter.


    Der Autopilot unterstützt die Piloten
    Der große Vorteil: Die Frauen und Männer im Cockpit können sich auf die umfangreichen Aufgaben – wie Navigation und Funkverkehr – während des Flugs konzentrieren, der Autopilot erledigt die rein steuerungstechnischen Vorgänge. Er steigt auf die im Bordcomputer, dem Flight Management System (FMS), voreingestellte Höhe, schwenkt auf die gewünschte Flugroute ein und regelt die Geschwindigkeit des Flugzeugs. Die entscheidenden Daten für das FMS liefert der IT-Dienstleister Lufthansa Systems. Die Flugroute wird von den Piloten in das Bordsystem eingegeben und kann jederzeit geändert und aktualisiert werden. Das Cockpit erhält auch während des Flugs weltweit über Satellit (Datalink) von der Lufthansa-Bodenstation oder von der Flugsicherung ständig neue Informationen, die dann vom Piloten in das Flugmanagement eingegeben und vom Autopiloten abgeflogen werden.


    Spart Zeit und Kerosin
    Dabei hält das System das Flugzeug sehr präzise auf Kurs. Der programmierte Sollwert wird ständig mit dem aktuellen Istwert verglichen. Wird das Flugzeug beispielsweise durch den Wind seitwärts vom Kurs abgedrängt, registriert der Computer den abweichenden Wert und errechnet sofort den entsprechenden Ausgleichswert für den Vorhaltewinkel, um das Flugzeug auf dem gewünschten Kurs zu halten. Dadurch erreicht der Flug per Autopilot immer eine effektive Variante der Flugroute. So wird Zeit und Kerosin gespart, was wiederum auch der Umwelt zugute kommt. Selbstverständlich kann der Pilot jederzeit eingreifen und den Autopiloten per Knopfdruck ausschalten oder ihn auf einen anderen Kurs während des Flugs bringen.


    Nach dem Streckenflug müssen die Piloten das Flight Management System wieder mit den aktuellen Daten für die Anflugroute und die vorgegebene Landebahn füttern, damit der Autopilot den Weg zum Ziel finden kann. Bei schlechtem Wetter und wenig Sicht steuert der Autopilot das Flugzeug sicher auf die Landebahn. Selbst bei Null-Meter-Sicht ist das möglich. Allerdings müssen dafür das Instrumenten-Landesystem (ILS) des Flughafens eine entsprechende Leistung besitzen, die Landebahn lang genug sein und die Piloten die erforderliche Lizenz haben.


    Dennoch: Fast 99 Prozent aller Landungen werden von den Pilotinnen und Piloten manuell vorgenommen. Den Autopiloten schalten sie vorher aus. Die Verantwortung für den Flug bleibt in der Hand der Piloten.


    Quelle Lufthansa Pressestelle.

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